Zahnarztpraxis Dr. Ingo Hagspiel - Marc Wolferstätter

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Endodontologie  |  Wurzelkanalbehandlung

Wir fühlen Ihren Zahn

Abb. 1

Abb. 1

Abb. 2

Abb. 3

Abb. 4

Abb. 5

Wann und warum brauche ich eine Wurzelkanalbehandlung?

Was will man mit einer Wurzelkanalbehandlung erreichen?

Werde ich Schmerzen während oder nach der Behandlung haben?

Wie wird eine Wurzelkanalbehandlung durchgeführt?

Sind alle Zähne für eine Wurzelkanalbehandlung geeignet?

Welche Kosten entstehen bei einer endodontischen Behandlung?

Warum führt man Nachkontrollen durch?

Braucht der Zahn eine spezielle Pflege oder eine zusätzliche Behandlung?

Welche Prognose hat eine Wurzelkanalbehandlung?

Welche Alternativen gibt es zu Wurzelkanalbehandlung?

Mythen

 

 

 

 

 

 

 

Wann und warum brauche ich eine Wurzelkanalbehandlung?

 

Eine Wurzelkanalbehandlung wird nötig, wenn das weiche innere Gewebe des Zahnes, die Pulpa, entzündet oder infiziert ist.

Dies kann ein eine Vielzahl von Gründen haben:

 

- Karies (Abb. 1)

- thermische oder chemische Reize

- ein Riss oder eine Unfallverletzung (Trauma)

 

Wenn die Entzündung der Pulpa nicht behandelt wird, kann das sowohl zu Schmerzen als auch zu einer Schädigung und Entzündung des Kieferknochens führen.

 

Zähne besitzen in ihrem Inneren einen Hohlraum, der lebendes Gewebe, die sogenannte Pulpa (Zahnnerv) enthält. Der gesunde Zahnnerv ist durch das Zahnbein (Dentin) und den darüber

liegenden Schmelzmantel vor Bakterien geschützt. Erkrankt der Zahn an einer Karies, so können die Bakterien bis zu der Pulpa vordringen und somit eine Entzündung des Nerven verursachen (Abb. 1).

Die Folgen dieser Entzündung sind gelegentliche Beschwerden bei Kälte- bzw. Wärmereizen, plötzliche oder unter Umständen länger anhaltende Schmerzen. Es ist aber auch möglich, dass die Entzündung und das Absterben des Nervens völlig beschwerdefrei verlaufen. Erfolgt nun keine Behandlung des erkrankten Zahnes, können die Bakterien nach Zerstörung der gesamten Zahnpulpa ungehindert in den Kieferknochen eindringen und dort ebenfalls eine Entzündung auslösen. Durchbricht diese Entzündung den Kieferknochen, kann sich die Infektion möglicherweise auch bis in die Weichteile des Gesichtes oder Halses ausbreiten.

 

Um alle diese Komplikationen zu vermeiden, gilt es daher:

 

- Durch gute Mundhygiene, richtige Ernährung und die Anwendung von Fluoriden

   (z.B. in Zahnpasten)     die Entstehung von Karies zu vermeiden.

- Durch regelmäßige zahnärztliche Untersuchungen und Behandlung von kariösen Defekten,

   einer Pulpaentzündung vorzubeugen.

 

Ist die Pulpa so stark entzündet, dass sie entfernt werden muss oder bereits durch die Entzündung abgestorben, wird eine Wurzelkanalbehandlung erforderlich. Sie soll die Bakterien aus dem Wurzelkanal daran hindern, bis in den Kieferknochen vorzudringen oder eine bereits bestehende Entzündung des Kieferknochens an der Wurzelspitze zur Ausheilung bringen.

 

War eine früher durchgeführte Wurzelkanalbehandlung nicht erfolgreich, so kann es gelegentlich

auch notwendig sein, eine alte, schlechte oder ungenügende Wurzelkanalfüllung zu erneuern. Solche Zähne sind häufig klinisch symptomlos, das heißt noch beschwerdefrei und werden eher bei routinemäßigen Röntgenaufnahmen zufällig entdeckt.

 

Was will man mit einer Wurzelkanalbehandlung erreichen?

 

- Entfernung von Bakterien, entzündeter oder abgestorbener Pulpa aus der Pulpahöhle

   und den Kanälen (Abb. 2)

- Ausfüllen der Wurzelkanäle mit einem gewebefreundlichen Material (Abb. 4)

- Verhinderung des Übertritts von Bakterien in den Kieferknochen

- Ausheilung von bereits bestehenden Entzündungen an der Wurzelspitze

 

Werde ich Schmerzen während oder nach der Behandlung haben?

 

Die endodontische Behandlung (Wurzelkanalbehandlung) bringt eine deutliche Erleichterung der Schmerzen mit sich, die durch eine infektiöse/entzündete Pulpa oder den entzündeten Kieferknochen verursacht werden.

Die meisten mit moderner Technik und Anästhesie behandelten Patienten berichten, dass sie während der Behandlung nichts oder kaum etwas gespürt haben. In den ersten Tagen nach der Behandlung kann es allerdings sein, dass Ihr Zahn empfindlich reagieren kann.

 

Wie wird eine Wurzelkanalbehandlung durchgeführt?

 

- Zunächst muss eine Röntgenaufnahme des betreffenden Zahnes angefertigt werden, um

   festzustellen, ob eine Wurzelkanalbehandlung überhaupt indiziert, durchführbar und möglich ist.

- Danach wird der Zahn, falls nötig,  mit einem Gummituch, dem sogenannten Kofferdam, isoliert.

   Er verhindert, dass mit dem Speichel weitere Bakterien in die Pulpahöhle gelangen; zudem schützt er

   Sie vor dem Verschlucken von desinfizierenden Spülflüssigkeiten.

- Hat der Zahnarzt sich einen direkten Zugang zur Pulpa geschaffen, wird der entzündete oder

   abgestorbene Nerv aus dem Zahninneren entfernt (Abb. 2). Falls notwendig, kann der Zahn vorher

   betäubt werden. Eine Wurzelkanalbehandlung ist daher in der Regel nicht schmerzhaft.

- Nun werden vom Behandler Handinstrumente (kleine Feilen) in den bzw. in die Wurzelkanäle

   eingeführt und anhand von Röntgenaufnahmen deren Sitz und Lage im Kanal sowie die

   Gesamtlänge des Zahnes bestimmt.

- Die Wurzelkanäle werden nun bis zur Wurzelspitze mit diesen zierlichen, biegsamen Instrumenten

   gesäubert und erweitert (Abb. 2). Dieses kann je nach Anzahl und Form der Wurzelkanäle ein sehr

   zeitaufwendiger Arbeitsgang sein und sich über mehrere Termine erstrecken, besonders dann, wenn

   es sich um stark gebogene oder enge Wurzelkanäle handelt.

- Zwischendurch wird immer wieder mit antimikrobiellen Flüssigkeiten gespült um den Kanal

   zu reinigen, damit werden v.a. auch Seitenkanäle erreicht. Außerdem wird der Kanal mit den

   Spülungen gleitfähig gemacht um eine Instrumentenfraktur zu verhindern (Abb. 3)

- Da trotz gründlicher Säuberung in den Kanälen noch lebende Bakterien verbleiben können, platziert

   der Zahnarzt nach jeder Behandlung ein antibakteriell wirkendes Medikament. Dieses Mittel

   verbleibt, mit einer provisorischen Füllung verschlossen, bis zur nächsten Sitzung im Wurzelkanal.

- Bei der abschließenden Sitzung werden die erweiterten und gesäuberten Wurzelkanäle mit einem

   zementähnlichen haftenden Versiegelungsmaterial sowie mit Guttapercha gefüllt (Abb. 4). Durch eine

   Röntgenaufnahme kontrolliert der Behandler nun noch einmal die Dichtigkeit und Länge

   der erfolgten Wurzelkanalfüllung.

- Abschließend wird der Zugang zum Wurzelkanalsystem mit einer Füllung verschlossen (Abb. 5).

 

Sind alle Zähne für eine Wurzelkanalbehandlung geeignet?

 

Die meisten Zähne können behandelt werden. Gelegentlich kann ein Zahn nicht erhalten werden,

weil die Wurzelkanäle nicht zugänglich sind, die Zahnwurzel gebrochen ist, der Zahn in zu wenig Knochen eingebettet ist oder für einen Aufbau nicht geeignet ist. Trotzdem machen es die

Fortschritte in den Behandlungstechniken möglich, heutzutage Zähne zu erhalten, die noch vor

wenigen Jahren hätten entfernt werden müssen. Und wenn die Wurzelkanalbehandlung keine

Anwendung findet, gibt es immer noch die Möglichkeit mit endodontischer Chirurgie auch solche

Problemzähne zu retten.

 

Welche Kosten entstehen bei einer endodontischen Behandlung?

 

Die Kosten für eine Wurzelkanalbehandlung variieren je nach Aufwand. In der Regel sind die Kosten für eine Wurzelkanalbehandlung und einen Zahnaufbau geringer als bei den alternativen Therapien. Denn kommt es zum Verlust des Zahnes muss die entstandene Lücke meist aufwendig rekonstruiert werden.

Zum 1.1.2004 wurden vom Gesetzgeber Richtlinien verabschiedet, die eine mögliche Erstattung von Wurzelbehandlungen durch die gesetzliche Krankenkasse stark einschränken. Laut Sozialgesetzbuch V muss eine Behandlung gemäß den Richtlinien der gesetzlichen Krankenkasse ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein. Ob eine Behandlung zu Lasten des öffentlichen Gesundheitssystems durchgeführt werden darf, kann ausschließlich der behandelnde Zahnarzt entscheiden.

In allen anderen Fällen muss die Behandlung gemäß der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) liquidiert werden. Diese wurde zum Jahr 2012 neu vom Gesetzgeber verabschiedet. Die GOZ führt sämtliche Standardleistungen einer endodontischen Behandlung auf und beinhaltet auch die Vorgaben, gemäß derer Leistungen erbracht werden müssen, die darüber hinaus medizinisch notwendig sind und vom Gesetzgeber nicht zusätzlich erfasst werden konnten.

 

Warum führt man Nachkontrollen durch?

 

Die Erfolgsrate der Wurzelkanalbehandlung ist in der Regel sehr hoch. In seltenen Fällen aber kann es erst längere Zeit nach Abschluss der Behandlung an dem Zahn zu Beschwerden kommen, das heißt, dass trotz erfolgter Behandlung noch Bakterien aus kleinen Seitenkanälchen bis in den Knochen vor dringen und dort eine Entzündung verursachen bzw. eine bereits bestehende Entzündung unterhalten. Um dieses frühzeitig zu erkennen, kontrollieren wir in regelmäßigen Abständen den Behandlungserfolg durch klinische Untersuchungen und Röntgenaufnahmen.

 

Braucht der Zahn eine spezielle Pflege oder eine zusätzliche Behandlung?

 

Wurzelkanal behandelte Zähne sind Fraktur anfälliger. Bei Zähne, die sehr starken Belastungen

ausgesetzt oder die eine geringe Restzahnsubstanz aufweisen, wird häufig eine Folgetherapie

mittels Teilkrone oder Krone empfohlen.

 

Welche Prognose hat eine Wurzelkanalbehandlung?

 

Die Erfolgsquoten liegen zwischen 70 und 90 Prozent, in Abhängigkeit des Ausgangsbefundes.

Kommt es nicht zu einer vollständigen Heilung kann unter Umständen eine weiterführende

Behandlung notwendig werden. (Revison, Endochirurgie, Wurzelspitzenresektion)

 

Welche Alternativen gibt es zu Wurzelkanalbehandlung?

 

Ist die Pulpa eines Zahnes geschädigt, besteht die einzige Alternative zur Wuzelkanalbehandlung

in der Entfernung des Zahnes. Um die Kaufunktion wieder herzustellen und eine allmähliche

Fehlstellung der Nachbarzähne zu verhindern, sollte der entfernte Zahn durch ein Implantat oder

eine Brücke ersetzt werden.

 

Sollten Sie noch weitere Fragen haben, steht wir Ihnen gerne zu Verfügung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mythen

 

Welche Mythen ranken sich um das Thema Wurzelkanalbehandlung?

 

Eine Wurzelkanalbehandlung tut weh!

Nein. Durch korrekte und moderne Anästhesie- und Behandlungstechniken ist von der Behandlung nichts oder so gut wie nichts zu merken.

 

Ein wurzelkanalbehandelter Zahn ist tot!

 

Nein. Bei einem endodontisch behandelten Zahn wird lediglich der Hohlraum im Inneren des Zahnes behandelt. Der Zahn selbst wird genauso wie vor der Wurzelkanalbehandlung durch den Zahnhalteapparat versorgt.

 

Ein wurzelkanalbehandelter Zahn bricht leichter!

 

Nicht wegen der Wurzelkanalbehandlung. Die Zahnhartsubstanz verändert sich nicht durch die Wurzelkanalbehandlung. Da jedoch häufig ein großes Loch vorhanden ist, ist die Eigenstabilität des Zahnes reduziert.

Deswegen wird die Wurzelkanalbehandlung ja meist überhaupt erst notwendig. Deswegen kann es sein, dass der Zahn nach der Behandlung mit einer Krone versorgt werden muss, um den verloren gegangenen Anteil zu ersetzen und den Zahn dadurch wieder zu stabilisieren.

 

Von einem wurzelkanalbehandelten Zahn gehen Leichengifte aus!

 

Nein. Dies wurde noch NIE fundiert wissenschaftlich nachgewiesen.

 

Ein wurzelkanalbehandelter Zahn hat einen Einfluss auf die Gesundheit der gesamten Körpers!

 

Nein. Nicht der korrekt wurzelkanalbehandelte Zahn hat einen Einfluss auf die allgemeine Gesundheit, sondern die Entzündung des Kieferknochens, warum eine Wurzelkanalbehandlung mitunter notwendig wird.